Donnerstag, 16. August 2012

Qua Vadis?

Peter Stachl von der IG Klettern bezieht Stellung zur Sanierungsproblematik.

Quo vadis?
Es gab mal eine Zeit, da gab es einen breiten Konsens, daß an guten Keilstellen und Sanduhren kein Haken gesetzt wird. Natürlich ist ein Bohrhaken sicherer, aber wohin führt uns das? In dieselbe Kerbe schlägt auch daß Allgemeingut war, die Vielfalt und den Charakter des Donautales zu bewahren. Ich verstehe natürlich, daß für die reine Sportklettervariante nur die Schwierigkeit zählt. Sportklettern ist aber nur ein Ast am Kletterbaum. Wenn wir Diesem alles unterordnen, zerstören wir die anderen Fassetten. Ein Sicherheitsgewinn sind diese zusätzlichen Bohrhaken nur vordergründig. Sie verhindern die Eigenverantwortung, machen eine Selbsteinschätzung überflüssig und erzeugen reine Kletterkonsumenten, die ja zur Zeit in den Hallen zu Tausenden großgezogen werden. Das Klettern nur auf Sport zu reduzieren schadet uns allen auf längere Sicht gesehen. Den Kletterern, die Fähigkeiten und erinnerungsträchtige Erfolgserlebnisse verlieren, das Däle, das seine Einzigartigkeit verliert und sich damit in die Wertigkeit eines Basketballkorbs auf einem Parkplatz einreiht.
In den anderen großen Klettergebieten wird gegen die wundersame Bohrhaken Vermehrung strikt vorgegangen. Sowohl in der Pfalz wie auch im Frankenjura werden illegale Haken entfernt, zusätzliche Haken nur nach langer Diskussion genehmigt.
Ich will mit meinen Ausführungen niemand an den Karren fahren, am wenigsten unseren Sanierer für die wir alle dankbar sein müssen, aber es muß erlaubt sein ab und zu einen Schritt aus dem Tagesgeschehen zurück zu treten und das Gesamtbild an zu sehen. Für jeden einzelnen Haken gibt es sicher gute Gründe, zusammen genommen erzeugen sie jedoch einen Trend über den man in breiter Mehrheit diskutieren sollte. Ich hoffe, diese Diskussion anstoßen zu können, auch wenn ich es aus leidvoller Erfahrung besser wissen sollte. Gruß Peter (Mahner in der Wüste)